Tau-Nuss

Jahr2013
Photo creditsMirja Busse
LocationFrankfurt, Deutschland

Kleine Strassen führen hinauf in die ruhigen Wohnviertel Königsteins am Rande der Metropole Frankfurt. Sie  winden sich hoch hinauf auf die Ausläufer des Mittelgebirges Taunus. Von hier hat man an vielen Orten einen vorzüglichen Blick auf die dicht besiedelte Region der Rheinebene. Eine der Qualitäten dieser suburbanen Lage sind großzügige Gärten mit reichlich altem Baumbestand.
Die Besitzer dieses Baumhauses konnten sich glücklich schätzen in ihrem Vorgarten stattliche Bäume zu haben. So wuchs bei der Familie die Idee, sich ein kleines Refugium für die ganze Familie und einen zusätzlichen Schlafplatz für ihre Gäste in Form eines Baumhauses verwirklichen zu lassen.

Die beiden Bäume, eine Esskastanie und eine Kiefer, befanden sich unmittelbar vor dem Wohnhaus. Diese besondere räumliche Konstellation ermöglichte eine ausgefallene Konstruktion. Das Baumhaus sollte über eine Brücke mit dem Wohnhaus verbunden werden. Zudem sollte auch ein direkter Abstieg hinunter zum Garten  möglich sein. Eines der Kinderzimmer hatte die ideale Lage um von dort mittels einer Brücke das Baumhaus zu erreichen. Das vorhandene Brüstungsgeländer musste lediglich aufgetrennt und mit dem Geländer der Baumhaus-Brücke verbunden werden.  

Die Besucher des Baumhauses müssen nur wenige Schritte über einen Steg laufen und erreichen die Terrasse und die kleine aber feine Baumhauskabine. Von der Terrassenfläche gelangt man durch eine Luke und einen Leiterabstieg hinunter zum Garten. Abgesehen von den am Wohnhaus befindlichen Haltepunkten der Treppe ist das gesamte Baumhaus nur mittels Seilen und Textilgurten an den beiden Bäumen aufgehängt. Trotz der Verbindung mit dem Wohnhaus ermöglicht die gewählte Konstruktion dennoch ein freies Schwingen der Kiefer und der Kastanie.

Die gerundete Baumhauskabine vermittelt mit  ihrem Innenausbau aus Eschenholz den Besuchern eine große Intimität und Geborgenheit. Die Glasflächen zu allen Seiten sowie das gewölbte Dachfenster ermöglichen einen vorzüglichen Ausblick in die Baumkrone und bei guter Sicht in die Reinebene – In der Ferne kann man sogar die landenden und startenden Flugzeuge des Frankfurter Flughafens sehen.


Bäume: Eine Esskastanie und eine Kiefer
Höhe: 5,20 m;
Statik:  Die Lasten der Terrassen und die Horizontallasten des Baumhauses werden über Stahlseile und Textilgurte an den beiden Eichen abgetragen
Terrassenkonstruktion: Tragbalken aus Lärche, Terrassendielen aus Tatajubaholz
Innenfläche: 7,0 qm
Terrassenfläche: 12,0 qm
Fassadenaufbau: von innen nach außen: 20 mm Verschalung aus Eschenholz, weiß lasiert; Rundspanten in Stahl mit flankierenden Holzbögen aus Leimholz; 60 mm Dämmung; 20 mm Fichtenschalung; Sandbahn; 20 mm Zinkblech; Giebel: Lamellen aus lasiertem Lärchenholz

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