Elbinselhof Krautsand

Jahr2016
Photo creditsAndré Dogbey
LocationDrochtersen-Krautsand, Deutschland
URLwww.elbinselhof-krautsand.de

Die großen Schiffe ziehen hinter dem Deich vorbei und grüßen von der 500 m entfernten Elbe. Im Herbst und Frühjahr kann man den tausenden von Vögeln lauschen, die hier auf der Durchreise Rast machen oder ganzjährig die Elbinsel bevölkern. Hier an diesem wundervollen Ort wurde das Baumhaus-Hotel Elbinselhof Krautsand realisiert.
Die Entstehungsgeschichte dieses Projektes geht weit in die Vergangenheit zurück. Vor mehreren Jahren schon hatte der Bauherr Klaus Mayer den Traum, auf einer abgelegenen Weide an einem Waldrand einen Ort der Ruhe zu erschaffen. Wo sonst die Pferde den Sommer verbrachten wollte er sich zurückziehen können und das möglichst ohne viel Aufwand – also in Form eines Baumhauses. Und dann geriet der Traum in Vergessenheit. Auf dem Flughafen München in einer kleinen Buchhandlung am Gate wurde dieser Traum einige Zeit später plötzlich wieder präsent und zwar in Form eines Buches mit dem Titel „Baumhäuser“ von Andreas Wenning. Er kaufe das ihn faszinierende Buch und ließ sich inspirieren. Der erste kleine Schritt in Richtung Verwirklichung seiner Idee war gemacht. Ein knappes Jahr später kam es dann zu den ersten Projektbesprechungen und die Planung der Baumhäuser begann!

Die Baumhäuser:

Das Baumhaus Hotel besteht aus drei großen Baumhäusern zwischen ansehnlichen, alten Weiden und dem Erdhaus. Von dem Baumhaus JOJO aus hat man den schönsten Blick auf die Pferdekoppeln und die Rastplätze der Wildgänse. In der "ersten" Reihe stehen LOTTI und ANNI. Nur noch eine Pferdeweide und der Deich trennen sie von der Elbe.
Die in Holzbauweise erstellten Baumhäuser werden von je 12 schräg stehenden Stahlstützen getragen. Als Kontrast zur der eher geradlinig gehaltenen Formensprache der Häuser, wurde als Fassadenmaterial unbehandelte Edelkastanie verwendet. Jedes der Baumhäuser besitzen eine offene Terrasse auf einer niedrigeren Ebene und einen überdachten Freisitz vor der großen Glasfassade.

Die hochwertig ausgestatteten Innenräume der Baumhäuser sind geprägt durch den behaglichen Wohn- und Schlafraum. Die Ausstattung umfasst eine Pantry, eine Tischgruppe, eine Sofaecke sowie ein komfortables Bad. Ein besonderes Detail sind die gemütlichen Alkoven die wie ein Erker in die Fassaden der Häuser integriert sind. Für die Verkleidung der Wände, der Decke, des Fußbodens sowie der Einbaumöbel wurde ausschließlich geölte Eiche verwendet. In der Kalten Jahreszeit sorgt ein kleiner Holzofen für die Gemütlichkeit.

Bäume: Neben Weiden
Höhe: zwei Häuser: 4,50 m und ein Haus 5,50 m
Statik: 12 Stahlstützen tragen die Baumhauskabine, Die Terrassenkonstruktion wird durch 4 Stahlstützen getragen.
Terrassenholz: Kastanie natur
Innenfläche: 30,0 qm
Terrassenfläche: 18,4 qm
Ausstattung: Bett- und Bankflächen, Schreibtisch, Küche, Kleiderschrank, Badezimmer mit Toilette und Dusche
Fassadenaufbau: von innen nach außen: 20 mm Eichenschalung geölt; 20 mm OSB; 200 mm Dämmung; 20 mm OSB, 20 mm Hinterlüftung/Lattung; Boden - Deckelschalung Kastanie unbesäumt und sägerau

Das Erdhaus:
Während der Planung erweiterte sich die Planungsaufgabe um ein weiteres Gebäude; „Wo etwas so schönes Richtung Himmel gebaut wird, müsste auch etwas in Richtung Erde entstehen“ sagte die Partnerin des Bauherrn. Dies war der Beginn der Planung eines ergänzenden Erdhauses. Das Erdhaus sollte in einer alten Wurt entstehen. Bei der Planung stellte sich allerdings heraus, dass es sich dabei um eine der ältesten Wurten auf Krautsand aus dem 16.Jahrhundert handelt und sie damit als archäologisches Denkmal geschützt ist. Kurzerhand entschlossen wir uns, daneben eine neue Wurt zu bauen und in ihrem Inneren das Erdhaus zu errichten. Die tragende und teils sichtbare Konstruktion besteht aus Beton. Seitlich abfallende Wände halten das Erdreich bei der großen Glasfassade in Richtung Westen und bilden den Rahmen zu der Terrassenfläche und dem Eingangsbereich. Dieses eher kühle Material wurde bei den Oberflächen im Innenraum, an der Decke und den Seitenwänden sichtbar belassen. Dennoch entsteht durch die Kombination mit dem Fußboden und der hinteren Trennwand aus Eiche ein minimalistisch und zugleich dennoch warmer Charakter. In zentraler Lage wird der Raum durch eine prismatische Dachöffnung von oben zusätzlich mit Tageslicht versorgt. Im hinteren Teil des Erdraumes befinden sich eine kleine Küche, ein WC und ein Technikraum. Dieser schlichte, aber besondere Raum wird als Meditations- ,Yoga- oder Seminarraum genutzt.

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