Baumhaus Halden

Jahr2017
Photo creditsLaura Fiorio
LocationHalden, Schweiz

Um sich einen Traum zu verwirklichen braucht es zuweilen einen langen Atem und einen starken Willen. Die Vision von einem eigenen Baumhaus hatten die zwei Freundinnen Helgard und Nina schon einige Jahre bevor die ersten Pläne auf dem Tisch lagen.

Der Wunsch der beiden war einen besonderen Hideaway für sich selbst und für externe Gäste zu schaffen. Zudem sollte das zukünftige Baumhaus ein sehr behagliches Umfeld für psychotherapeutische Gespräche unter den Blättern bieten.

Das Familiengrundstück im Schweizerischen Ort Halden in der Nähe des Bodensees stellte mit ein paar schönen Eichen in einem kleinen Tal ideale Vorraussetzungen für dieses spannende Bauvorhaben dar. Das auf dem Grundstück befindliche Fachwerkhaus der Familie bot zudem den Vorteil die haustechnische Versorgung ohne großen Aufwand sicher zu stellen.

Während des Planungsprozesses wurden mehrere Studien mit unterschiedlichen Dachformen, Fassadenmaterialien und Grundrissvarianten entwickelt und bewertet. Unter allen Vorschlägen hat sich nach reiflicher Abwägung, ein fast schwarzes Gebäude mit Satteldach durchgesetzt. Der Vorgabe trotz der traditionellen Dachform eine moderne Architektur zu realisieren, wurde mit großen Glasflächen, geradlinigen Details und der Gestaltung der Außenhülle sowie des Innenausbaus Rechnung getragen.

Nach einer Zeit der formalen Vorbereitung wurden alle Bauteile in Deutschland vorgefertigt. Die Montage erfolgte dann mit einem größeren Team innerhalb weniger Tage.
Das kleine Haus in den Bäumen ist geprägt durch den bis zum Giebel offenen Wohn- und Schlafraum. Für die Verkleidung der Wände, der Decke, des Fußbodens sowie der Einbaumöbel wurde ausschließlich geölte Eiche verwendet. Dies verleiht dem Innenraum einen ruhigen und eleganten Charakter.

Durch die große Giebelverglasung an der Nordseite eröffnet sich ein malerischer Blick über eine Obstwiese bis hinunter zum Fluss Thur am Boden des kleinen Tales. Über der integrierten Pantry und dem Bad befindet sich eine Galerie mit einem gemütlichen Schlafplatz. Von hier hat man durch ein Dachfenster den Blick in die Baumkrone der Eiche und bei klarem Himmel zu den Sternen. Für Wärme und Gemütlichkeit an kalten Tagen sorgt ein kleiner Holzofen.

Highlights des kleinen aber feinen Bades, sind die betonartige Oberfläche der Duschnische und das Waschbecken aus Naturstein. Der Stein für diese Wasserstelle ist ein sorgsam ausgesuchtes Fundstück aus dem benachbarten Fluss. Der große Kiesel wurde kunstvoll von einem Steinmetz in Form gebracht und mit einem Möbel aus Eiche kombiniert.

Die Montage eines Baumhauses ist meist eine körperlich anstrengende Phase mit langen Arbeitstagen. Häufig ist diese Zeit aber auch geprägt durch intensive und schöne Erfahrung im Team und mit den Bauherrn. In diesem Fall haben die beiden Bauherrinen durch ihre Gastfreundschaft und durch Ihre gute Küche einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet. Somit wurde diese Montage für das Handwerkerteam und die beiden Auftraggeberinnen eine besonders schöne und erlebnisreiche Erfahrung die sicherlich allen noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

Bäume: Eine Eiche (tragend)
Höhe: 4,20 bis 5,50 m
Statik: Stahlrahmen mit vier Holzstützen unter Baumhauskabine. Die Baumhausterrasse wird durch Seilkonstruktionen und Gurtschlaufen von einer Eiche getragen.
Terrassenkonstruktion: Stahltragwerk, Terrassendielen aus unbehandelte Kastanie
Fassadenaufbau: von innen nach außen: 20 mm Eichenschalung geölt; 20 mm OSB; 100 mm Holzwolle -Dämmung;  30 mm Hinterlüftung/Lattung; Boden - Deckelschalung in Lärche sägerau schwarz lasiert
Innenfläche: 22,0 qm
Terrassenfläche: 14,0 qm

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