Spreebogen

Jahr2011
Photo creditsMarkus Bollen
LocationBerlin, Deutschland

Eine der besonderen Qualitäten Berlins sind seine noch ungestalteten Flächen am Rande des Zentrums gerade in den östlichen Teilen der Stadt. Viele dieser Orte haben ihren Charme durch die Existenz alter Gewerbestrukturen in Verbindung mit kaum gestalteten Grünbereichen. Mehr und mehr dieser noch vor kurzem unbespielten Stadträume sind jetzt Refugien der alternativen Szene, suburbane Erholungsorte und Flächen für neue bauliche Strukturen. Besonders an und auf der Spree wurden in den vergangenen Jahren Gastronomien und unterschiedlichste Freizeitangebote geschaffen.

Auch der Bauherr dieses Projektes erkannte das Potential des Flusses und entwickelte an einem alten Binnenhafen den neuen Standort für seinen Gewerbebetrieb und eine Bootsmarina. In dem neuen Hafen haben sich  mittlerweile einige Yachten, Hausboote und ein schwimmendes Hostel angesiedelt.

Die Lage einer stattlichen Trauerweide direkt an der Böschungskante der Spree motivierte den Besitzer des Areals zur Realisierung eines Baumhauses.
Entstanden ist eine abgerundete, metallisch gestaltete Baumhauskabine direkt am Ufer der Spree. Das Statische Konzept für dieses Projekt besteht aus einer Kombination von Stützen und Tragseilen, die mit der Weide verbunden sind. Die Abspannungen zum Baum dienen zum einen der Lastabtragung für den hinteren Teil der Kabine und zum anderen zur horizontalen Stabilisierung des Baumhauses.

Die Fassade wurde mit 3 mm starken Edelstahlblechen verkleidet. Der Zuschnitt der Bleche erfolgte über eine digitale Schnittstelle mittels Lasertechnik.
Der Innenraum dieser kleinen Raumzelle ist mit einer Bettfläche für zwei bis drei Personen, einem Sofa und einem Klapptisch zum Arbeiten ausgestattet. Die weißen Wand- und Deckenflächen sowie hochglanzbeschichtete Einbaumöbel geben dem Inneren der Kabine eine leichte und elegante Atmosphäre. Der Fußboden und die Möbelkanten wurden mit Eichenholz akzentuiert.
Durch die großen Fensterflächen blickt man aufs Wasser, sieht die fahrende Boote und kann das maritime Treiben in der kleinen Hafenanlage beobachten.




Bäume: Eine Trauerweide
Höhe: Kabine: 2,5 bis 5,00 m
Statik:  Die Lasten der Kabine werde durch 5 schräg stehende Stahlstützen getragen. Der hintere Teil der Kabine wird über Stahlseile und Textilgurte von der Weide getragen.
Innenfläche: 8,4 qm
Fassadenaufbau: von innen nach außen: 12 mm Gibskarton, weiß lasiert; 20 mm Fichtenschalung, Rundspanten in Stahl mit flankierenden Holzbögen aus Leimholz; 60 mm Dämmung; 20 mm Fichtenschalung; Sandbahn; 20 mm Zinkblech; Seiten: Edelstahlblech 3 mm
Dacheindeckung: Gummiabklebung

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